Sehnsucht

Manche Tage sind so gefüllt – und doch fehlt am Ende des Tages etwas. Dann liege ich abends im Bett und sehne mich nach echter Nähe, tiefer Verbundenheit.

Gerade war wieder so ein Tag. Von früh bis spät Menschen um mich herum. Menschen, die ich mag, die zur Familie gehören, auf die ich mich gefreut habe. Alle haben wir uns versammelt zu einer Familienfeier. Die meisten weit angereist extra für diesen Tag. Das ist etwas Besonderes und wunderschön.

Leider bleibt auf solchen Feiern meist wenig Zeit, um wirklich zu erfahren wie es den anderen geht. Äußere Fakten, Neuigkeiten werden zwischen Mittagessen und Kaffee ausgetauscht. Manche Erlebnisse der letzten Zeit angerissen – meist von einem der Kinder unterbrochen. Wenig Raum, um in die Tiefe zu gehen und sich wahrhaftig zu begegnen.

Doch genau danach sehne ich mich jetzt. Nach einem Ort der echten Begegnung. Ohne Ablenkungen, Unterbrechungen. In Ruhe den Blick nach innen richten. Ganz bei sich sein. Einfach nur wahrnehmen, was da ist. Ganz bei Gott sein. Das hat mir heute gefehlt.

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Ich bin nicht perfekt

Im Gegenteil. Ich bin meilenweit davon entfernt, perfekt zu sein. Jeden Tag werde ich aufs Neue mit meiner Unvollkommenheit und Begrenztheit konfrontiert. Dazu brauche ich nur morgens einen Blick in den Spiegel werfen. Was ich sehe hat nichts mit den Schönheitsidealen der Medien zu tun. Da sind Fältchen, unreine Haut, Ringe unter den Augen, eine wirre Frisur, Narben. Auch in unserer Wohnung sieht es nicht aus wie in einem „Schöner wohnen“ Magazin. Hier gibt es Staub, Hundehaare, Kratzer im Parkett, Wäscheberge im Keller, Krümel auf der Arbeitsplatte…

Ich bin auch nicht 24 Stunden am Tag gut gelaunt und gelassen in jeder Situation. Ich bin nicht die perfekte Mama, die auf jedes Schreien des Babys verständnis- und liebevoll reagiert. Manchmal bin ich einfach genervt. Mir ist alles zu viel, zu laut. Dann brauche ich eine kurze Auszeit, einen Moment der Ruhe und Stille, um neu aufzutanken, neue Kraft zu schöpfen.

In diesen ruhigen Momenten, in denen ich ganz bei mir und ganz bei Gott bin, verstehe ich: Ich bin in meiner Unvollkommenheit angenommen und geliebt. Ich bin unendlich wertvoll genau so wie ich bin. Ich darf schwach sein, brauche keine „Leistung“ bringen. Gottes Liebe kann und brauche ich mir nicht verdienen. Sie ist Geschenk. Ich brauche sie nur anzunehmen. In der Stille, draußen in der Natur, im Wald gelingt mir das gut.

Doch im Alltag falle ich oft in alte Denkmuster zurück. Dann fange ich wieder an, unerreichbaren Idealen von der perfekten Tochter, der perfekten Ehefrau, Hausfrau, Mama, Freundin, Nachbarin, Christin…nachzujagen. Von diesen übersteigerten Vorstellungen, Ansprüchen an mich selbst will ich frei werden. Auf Dauer kostet das viel zu viel Kraft, macht unzufrieden, engt ein. Ich will nicht dauernd mental damit beschäftigt sein, wie ich besser sein könnte oder Dinge besser machen könnte. Sattdessen will ich mehr wahrnehmen was da ist, wie ich wirklich bin, was meine Bedürfnisse sind, meine Talente, Fähigkeiten. Ich will lernen mich in meiner Unvollkommenheit anzunehmen. Ich will JA zu mir sagen, auch wenn ich Fehler mache. Den Blick auf das Gute in mir richten. Einen liebevollen Umgang mit mir selbst einüben. Nicht so hart zu mir selbst sein….wie es Andreas Bourani in seinem Lied „Hey“singt.

Nun drücke ich schnell auf „Veröffentlichen“. Sonst lese ich mir den Beitrag noch gefühlte 100 mal durch. 🙂 Auch er ist nicht perfekt, und braucht es auch nicht sein. 😉

Vom Fallen und wieder aufstehen

Seit einigen Tagen zieht sich unsere kleine Tochter an allen erdenklichen Dingen hoch. Im Kniestand untersucht sie dann alles was in Reichweite ist. DSC03028Das klappt schon ganz gut. Doch richtig sicher ist sie darin noch nicht. So kommt es immer wieder vor, dass sie zur Seite umkippt oder wegrutscht. Dabei hat sie sich auch schon den Kopf an verschiedenen Kanten angeschlagen. Oder ist hart auf dem Boden aufgekommen. Als Mama tut es mir in der Seele weh, wenn ich das mitbekomme. Im ersten Moment ärgere ich mich dann über mich selbst, dass ich nicht besser aufgepasst habe. Doch selbst wenn ich ständig daneben wäre: Es ist unmöglich sie jedes Mal abzufangen. Es passiert einfach so schnell. Selbst wenn ich direkt neben ihr bin, reagiere ich oft zu langsam.

Mir ist klar, dass es wichtig für sie ist, Erfahrungen zu sammeln. Es gehört dazu auch einmal zu fallen…und wieder aufzustehen. Das fasziniert mich gerade so sehr an der Kleinen. Wenn sie umfällt, dann beschwert sie sich zwar erst einmal. Manchmal fließen auch ein paar Tränen und sie möchte getröstet werden. Doch sobald sie wieder am Boden ist, probiert sie es sofort wieder. WOW. In dieser Hinsicht kann ich einiges von ihr lernen.

Ich würde wahrscheinlich erst einmal abwarten und überlegen: ‚Soll ich es wirklich noch einmal wagen?‘, ‚Ich könnte wieder fallen‘, Dann tut es vielleicht wieder weh‘, ‚Was denken die anderen dann von mir?’… Diese Liste könnte ich ewig fortführen. Und je mehr ich denke, desto unwahrscheinlicher wird es, dass ich es von Neuem versuche.

Ehrlich gesagt versuche ich sogar oft mein Fallen im Vorfeld zu vermeiden, indem ich bei bekannten Aufgaben und im gewohnten Umfeld bleibe. Wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich etwas kann, dann lasse ich es lieber. So vermeide ich es, Fehler zu machen und zu „fallen“. Doch dadurch entgehen mir auch unglaublich viele Sachen. Und ich nehme mir die Chance, aus meinen Fehlern zu lernen.

Ich will versuchen mir ein Beispiel an unserer kleinen Tochter zu nehmen: einfach mal etwas wagen, mutig vorangehen…auch auf die Gefahr hin, es noch nicht (perfekt) hinzubekommen.

Hier noch der Link zu einem Video, das mich zusätzlich ermutigt:

Über mich

Wer schreibt hier?

Mein Name ist Martina. Ich bin 37 Jahre alt und lebe zusammen mit meinem Mann, unserer 8 Monate alten Tochter und unserem Hund in einem Dorf in Baden-Württemberg.

Vor meiner Zeit als Mama habe ich als Lehrerin in einer Grundschule unterrichtet. Allerdings fühlte ich mich in diesem Job nie richtig Zuhause. Bis heute weiß ich nicht genau, woran es hauptsächlich lag: an meiner Einstellung, meinen hohen Ansprüchen an mich selbst oder dass ich schlicht und einfach nicht dafür gemacht bin.

Momentan genieße ich es sehr, mich auf ein Kind konzentrieren zu dürfen. Auch wenn ich dafür rund um die Uhr zuständig bin. 🙂 Es ist einfach wunderschön mitzuerleben, wie sich so ein kleiner Mensch entwickelt. Ich sehe die Welt selbst mit anderen Augen und lerne wieder zu staunen. Über alltägliche Dinge, die für uns Erwachsene selbstverständlich sind.

Schreiben hilft mir schon seit ich ein Teenager bin, meine Gedanken zu ordnen und zur Ruhe zu kommen. Bisher landeten meine Erkenntnisse oder Erlebnisse in unzähligen Tagebüchern. Hier auf einem Blog zu schreiben, ist für mich eine ganz neue Erfahrung. Fühle mich ein bisschen hin und her gerissen. Es gibt so viel über das ich schreiben möchte. Doch ich merke auch, wie immer wieder Gedanken auftauchen, die mich ausbremsen.

Im Grunde ist genau das meine Motivation für diesen Blog. Ich will frei werden von diesen lähmenden Gedanken. Statt dessen möchte ich lernen, einfach das zu schreiben, was ich gerade auf dem Herzen habe.

Was mir hilft, diesen Weg zu gehen, ist die Beziehung zu meinem PAPA im Himmel. In SEINER Gegenwart darf ich einfach SEIN. Da ist Raum zur freien Entfaltung. Da bin ich geliebt und angenommen so wie ich BIN. SEINE Liebe muss und kann ich mir nicht verdienen. Sie ist sein Geschenk an mich. Wie schwer fällt es mir manchmal noch das zu erfassen…

 

 

 

Mut zur Wahrheit

Mit diesem Blog will ich über meinen Schatten springen.

Eigentlich bin ich überhaupt nicht der Typ Mensch, der seine privaten Gedanken mit der ganzen Welt teilt. Bei Facebook oder verschiedenen Foren bin ich eher der stille Mitleser und Beobachter. Auch im echten Leben halte ich mich in großen Gruppen erst einmal zurück. Mir ist es lieber, nicht aufzufallen und im Hintergrund zu bleiben. Erst wenn ich jemanden gut kenne, beginne ich mich zu öffnen.

Daher ist dieser Blog für mich eine große Herausforderung, aber auch eine Chance. Mir ist in letzter Zeit immer mehr bewusst geworden, warum ich mich oft zurückhalte: Ich habe Angst davor, nicht gemocht zu werden,  unangenehm aufzufallen und Fehler zu machen. Aus dieser Unsicherheit heraus halte ich oft den Mund, obwohl ich etwas in meinen Augen Wichtiges und Gutes zu sagen habe.

Davon will ich frei werden und dieser Blog hilft mir sicherlich dabei. Mir ist klar, dass ich es nicht jedem recht machen kann. Es ist unmöglich bei allen beliebt zu sein. Selbst wenn ich es noch so sehr versuche, werde ich scheitern. Daher will ich versuchen ich selbst zu sein, echt, „ungeschminkt“, ehrlich und offen. Für mich ist es nicht mehr entscheidend anderen Menschen zu gefallen, sondern ich möchte Gott gefallen. Dies gelingt am besten, wenn ich die Person bin, die ER geschaffen hat.