Ich bin nicht perfekt

Im Gegenteil. Ich bin meilenweit davon entfernt, perfekt zu sein. Jeden Tag werde ich aufs Neue mit meiner Unvollkommenheit und Begrenztheit konfrontiert. Dazu brauche ich nur morgens einen Blick in den Spiegel werfen. Was ich sehe hat nichts mit den Schönheitsidealen der Medien zu tun. Da sind Fältchen, unreine Haut, Ringe unter den Augen, eine wirre Frisur, Narben. Auch in unserer Wohnung sieht es nicht aus wie in einem „Schöner wohnen“ Magazin. Hier gibt es Staub, Hundehaare, Kratzer im Parkett, Wäscheberge im Keller, Krümel auf der Arbeitsplatte…

Ich bin auch nicht 24 Stunden am Tag gut gelaunt und gelassen in jeder Situation. Ich bin nicht die perfekte Mama, die auf jedes Schreien des Babys verständnis- und liebevoll reagiert. Manchmal bin ich einfach genervt. Mir ist alles zu viel, zu laut. Dann brauche ich eine kurze Auszeit, einen Moment der Ruhe und Stille, um neu aufzutanken, neue Kraft zu schöpfen.

In diesen ruhigen Momenten, in denen ich ganz bei mir und ganz bei Gott bin, verstehe ich: Ich bin in meiner Unvollkommenheit angenommen und geliebt. Ich bin unendlich wertvoll genau so wie ich bin. Ich darf schwach sein, brauche keine „Leistung“ bringen. Gottes Liebe kann und brauche ich mir nicht verdienen. Sie ist Geschenk. Ich brauche sie nur anzunehmen. In der Stille, draußen in der Natur, im Wald gelingt mir das gut.

Doch im Alltag falle ich oft in alte Denkmuster zurück. Dann fange ich wieder an, unerreichbaren Idealen von der perfekten Tochter, der perfekten Ehefrau, Hausfrau, Mama, Freundin, Nachbarin, Christin…nachzujagen. Von diesen übersteigerten Vorstellungen, Ansprüchen an mich selbst will ich frei werden. Auf Dauer kostet das viel zu viel Kraft, macht unzufrieden, engt ein. Ich will nicht dauernd mental damit beschäftigt sein, wie ich besser sein könnte oder Dinge besser machen könnte. Sattdessen will ich mehr wahrnehmen was da ist, wie ich wirklich bin, was meine Bedürfnisse sind, meine Talente, Fähigkeiten. Ich will lernen mich in meiner Unvollkommenheit anzunehmen. Ich will JA zu mir sagen, auch wenn ich Fehler mache. Den Blick auf das Gute in mir richten. Einen liebevollen Umgang mit mir selbst einüben. Nicht so hart zu mir selbst sein….wie es Andreas Bourani in seinem Lied „Hey“singt.

Nun drücke ich schnell auf „Veröffentlichen“. Sonst lese ich mir den Beitrag noch gefühlte 100 mal durch. 🙂 Auch er ist nicht perfekt, und braucht es auch nicht sein. 😉

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